Analoge Doppelbelichtung

Doppelt gemoppelt

Bei all der digitalen Perfektion in meiner Fotografie der letzten Jahre, habe ich das Bedürfnis mal wieder etwas mehr Zufall in meine Fotografische Arbeit zu bringen. Daher kam mir die Idee einen Film zweimal zu belichten.

Ganz so zufällig sollte es dennoch nicht werden. So plante ich folgendes. Einen Film mit der Kontur einer nackten Frau zu belichten, vor weißem Hintergrund, aber die Frau unterbelichtet. Dann Texturen darüber aufnehmen. Gedacht, getan. Ein Model war schnell besorgt, Katja, die schon mal für mich vor der Kamera stand bzw. lag.

Einen Termin gemacht und schon konnte das erste Fotoshooting bei mir im Studio beginnen. Ich fotografierte Katja vor einem weißen Hintergrund. Erst Digital, um zu sehen wie es wird. Zu viel Zufall sollte es dann doch nicht werden. Dann aber analog. Ich fotografierte den Film voll. Dann habe ich den Film zurückgespult. Beim Einlegen hatte ich die Position markiert, so dass ich beim zweiten Einlegen diese wiederfinden konnte. Wie sich später herausstellte passte das aber nicht ganz. Bei einem Spaziergang im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal schoss ich den Film dann zum zweiten Mal voll. ich suchte mir dazu Texturen wie Bäume, Wege, Himmel und Gemische davon. Das Spannende dabei ist, dass man nicht weiß, welche Pose mit welcher Textur übereinkommt, soviel Zufall sollte dann doch sein. Dann habe ich den Film zum Entwickeln gebracht und gewartet, das ist das Schlimmste an der analogen Fotografie, das Warten. Ein Eigenes Labor wäre für meine Zwecke dann doch etwas übertrieben. Obwohl, spannend wäre es schon…

Dann kamen die Bilder. Wie sich herausstellte lagen die Bilder nicht ganz übereinander. Da kommt das Standardlabor beim Schneiden durcheinander. Aber mit dem Einscannen der Negative bekam ich das hin. Ein bisschen die Helligkeit angepasst und den Beschnitt und fertig. Ich bin begeistert. Warum eigentlich? Der Kontrast von weichen, menschlichen Formen und den harten Texturen der Winterlichen Parklandschaft in einem Bild finde ich faszinierend. Die Fotografie wurde oft als objektiv abbildend gesehen. Das war auch der Grund, warum sie erst spät als Kunstform anerkannt wurde. Aber genau betrachtet ist die Fotografie sehr subjektiv. Und das ist es was mich an ihr reizt, Dinge darzustellen, die man so nicht wahrnimmt. Und diese Bilder haben etwas träumerisch surreales. Das mache ich nochmal, ganz bestimmt.

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